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Da die Hilfe suchenden Kundinnen und Kunden der Kartenlegerinnen und Kartenleger meistens gerade in einer größeren oder kleineren Lebenskrise stecken, sind sie besonders empfänglich dafür, sich das Ruder aus der Hand nehmen zu lassen und in die Passivität zu verfallen. Deshalb haben die Beraterinnen und Berater hier eine besonders hohe Verantwortung. Wenn sie die Energielosigkeit der Kunden ausnutzen und sie abhängig machen, ist das moralisch mehr als verwerflich.
Bleiben die Kundinnen in der Passivität, kann ein Teufelskreislauf entstehen: Sie lösen ihre Probleme nicht, ihre Situation verbessert sich nicht oder verschlechtert sich sogar, sie rufen wieder an und führen ein weiteres Vertröstungs-Gespräch, sie werden immer ärmer und es kommen noch finanzielle Probleme hinzu.
Die labilen und abhängigen Kundinnen bauen sich Traumwelt auf, in der ihre Probleme weg und ihre Wünsche erfüllt sind. Je mehr nun ihre Wunsch-Traum-Welt sich von ihrem realen Leben unterscheidet, desto öfter müssen sie ihre Kartenlegerin anrufen, um weiter in ihren Hoffnungen bestärkt und vertröstet zu werden. So können sie ihre oftmals utopische Traum-Realitäts-Seifenblasen länger am Leben erhalten.
Das Problem ist, dass je stärker der Glauben und die Emotionen sind, die an der utopischen Wunsch-Realität haften, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Karten auch genau diese in ihrer Aussage wiederspiegeln. Das bedeutet, dass aus diesem Grunde falsche Prognosen getroffen werden, die zwar den Hoffnungen der Kunden entgegenkommen, jedoch bloß ein Spiegel ihrer Gefühle sind. Da können dann die Beraterinnen auch nichts dafür. Obwohl die wirklich guten Fachmenschen diese Wiederspiegelungen von realen Prognosen unterscheiden können.
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